Sensible Phasen - jedes Kind hat sie zu seiner Zeit

Bismillahi-rahmani-rahim


"Sensible Perioden" - Alles zu seiner Zeit

Als Maria Montessorie folgende zittierte Lektüre eines Forschungsberichtes des niederländischen Insektenforschers Hugo de Vries laß:

"Ein unansehnliches Würmchen, dass sich als Raupe eines gewöhnlichn Schmetterlings präsentierte.

Man weiß, dass die Raupen mit großer Geschwindigkeit heranwachsen, gierig fressen und daher Pflanzemschädlinge sind.

De Vries verwies nun auf eine Raupenart, die sich während ihrer ersten Lebenstage nicht von den großen Baumblättern, sondern nur von den zartesten Blättchen an den Enden der Zweige zu nähren vermag.
Nun legt aber der Schmetterling seine Eier gerade an der entgegengesetzten Stelle, nämlich dort,wo der Ast aus dem Baumstamm hervorwächst, denn dieser Ort ist sicher und geschützt. 

Wer wird den jungen, eben erst aus dem Ei gekrochenen Raupen sagen, dass die zarten Blätter,,deren sie für ihre Ernährung bedürfen, sich draußen,  an den entferntesten Enden der Zweige befinden?

Siehe da, die Raupe ist mit starker Lichtempfindlichkeit begabt; das Licht zieht sie an, faziniertsie. So strebt die junge Raupe mit ihren charakteristischen Sprungbewegungen alsbald der stärksten Helligkeit zu, bis sie am Ende der Zweige angekommen istund dort findet sie die zarten Blätter, mit denen sie ihren Hunger stillen kann.

Das seltsame aber ist, dass die Raupe sogleich nach Abschluß dieser Periode, sobald sie sich auf andere Art ernähren kann, ihre Lichtempfindlichkeit verliert. Bald lässt sie sie das licht völlig gleichgültig.

Der Instinkt stirbt ab. Er hat seinen Dienst getan, und die Raupe wendet sich jetzt anderen Wegen und anderen Nährstoffen zu.

Es ist nicht so, dass die Raupe für das Licht unempfänglich also im physiologischen  Sinne blind geworden wäre; aber sie beachtet es nicht mehr."