Rechte der Kinder im Islam

Diese Rechte sind in zwei Gruppen unterteilt:

1. Rechte vor der Empfängnis
2.Rechte nach der Empfängnis


1. Bereits im Mutterleib besitzt ein Kind Rechte


Die Rechte von Kindern vor der Empfängnis sind folgende

Bittgebete

ALLAH der Allerhöchste lässt uns im Qurân viele wunderschöne Bittgebete zukommen, die Kinder und Nachwuchs betreffen. Allâh der Allerhöchste sagt:

„…Mein Herr, schenke mir von Dir aus gute Nachkommenschaft! Du bist ja der Gebetserhörer.“ 
(Sura 3:38)


Wenn du noch jung bist, dann frage dich selbst: „Verrichte ich Bittgebete für meine Kinder?“ Einer der großen Tricks des Satans ist, dir zu sagen: „Kein Problem! Du hast eine Menge Zeit bis zur Hochzeit usw.“ Ein weiterer Gesichtspunkt dieses Bittgebets betrifft diejenigen von uns, die verheiratet sind. Um welche Art von Kindern bitten wir? „O Allâh! Gib mir den nächsten Bill Gates oder Steve Jobs!“ Beachte jedoch den einfachen Charakter des Ausdrucks „Gute Nachkommenschaft“ und denke über dessen Bedeutung nach!


Recht auf Leben

"Und tötet eure Kinder nicht aus Furcht vor Armut; Wir sorgen für sie und für euch. Wahrlich, sie zu töten ist ein großes Vergehen." (17:31)


2. Rechte nach der Geburt


Dierekt nach der Geburt

Das Recht auf Tahneek. [Anmerkung von mir: Tahneek bedeutet, dem Kind etwas süßes in den Mund zu geben bei der Geburt, wie es der Prophet (salAllaahu alaihi wa sallam) bei dem Sohn von Abu Talha und Umm Sulaym machte. Es wurde auch wissenschaftlich bewiesen, dass es gut und schmerzlindernd ist für das Kind.]

Imam an-Nawawi sagte:

Die Gelehrten sind sich einig, dass es Mustahab ist, bei dem Kind Tahneek zu machen mit Datteln, wenn es keine Datteln gibt, dann mit etwas ähnlichem. Man soll die Datteln so weich kauen bis sie schluckbar sind und dann ein wenig davon in den Mund des Kindes zu geben.

Das Stillen des Kindes

Kinder sollten 2 Jahre lang gestillt werden. Dazu steht im Quran:

"Und die Mütter stillen ihre Kinder zwei volle Jahre. (Das gilt) für die, die das Stillen vollenden wollen. Und es obliegt dem, dem das Kind geboren wurde, für (die Mütter) ihre Nahrung und Kleidung auf gütige Weise Sorge zu tragen. Von keiner Seele soll etwas gefordert werden über das hinaus, was sie zu leisten vermag. Einer Mutter soll nicht wegen ihres Kindes Schaden zugefügt werden, und dem, dem das Kind geboren wurde, nicht wegen seines Kindes. Und für den Erben gilt das gleiche. Und wenn sie beide in gegenseitigem Einvernehmen und nach Beratung (das Kind vorzeitig) entwöhnen wollen, dann liegt darin kein Vergehen für sie. Und wenn ihr eure Kinder stillen lassen wollt, so ist es kein Vergehen für euch, sofern ihr das, was ihr vereinbart habt, in gütiger Weise bezahlt. Und fürchtet Allah und wisset, daß Allah wohl sieht, was ihr tut."
(Sura 2:233)

Anrecht auf schönen Namen

Es wird von Naafi berichtet, dass Umar (radiAllaahu anhu) sagte: Der Gesandte Allahs (sal Allahu alaihi wa sallam) sagte: "Die beliebtesten Namen bei Allah sind Abd-Allah und Abd al-Rahman".[Muslim 2132]


Es ist Mustahab den Kindern, Prophetennamen zu geben. 

Es wird von Anas ibn Malik berichtet, dass der Gesandte Allahs (sal Allahu alaihi wa sallam) sagte: Gestern Nacht wurde ein Kind geboren und ich benannte es nach meinem Vater Ibraheem." [Muslim 2315]

Es ist Mustahab dem Kind, den Namen am 7. Tag zu geben, es ist aber nichts falsches dran, wenn man dem Kind auch vorher den Namen gibt.

Es wird von Samurah ibn Jundub berichtet,dass der Gesandte Allahs (sal Allahu alaihi wa sallam) sagte: (sinngemäß) Jedes Kind ist ein Pfand für seine 3Aqiqah, die für ihn am 7. Tag geschlachtet werden soll, sein Kopf soll rasiert werden und er soll benannt werden. Berichtet von Abu Dawud, 2838; als sahih von Scheich al-Albani in Sahih al-Jami ', 4541


Haare am 7. Tag abrasieren


Es wurde berichtet, dass Ali ibn Abi Talib sagte: Der Gesandte Allahs (sal Allahu alaihi wa sallam) schlachtete ein Schaf als 3Aqiqah für Hasan und sagte: "Oh Fatima, rasier seinen Kopf und spende das Gewicht der Haare in Silber. Sie wog die Haare und es waren ein Dirham oder ein Teil eines Dirhams. Berichtet von al-Tirmidhi, 1519; eingestuft als von Scheich Hasan al-Albani in Sahih al-Tirmidhi, 1226.

Aqiqah


Es sollen 2 Schafe für einen Jungen und ein Schaf für ein Mädchen geschlachtet werden. [Berichtet von al-Tirmidhi, 1513; Sahih al-Tirmidhi, 1221; Abu Dawud, 2834; al-Nasâ'i, 4212; Ibn Majah, 3163]

Beschneidung


Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Zu der natürlichen Veranlagung eines Menschen (Fitra) gehören fünf Dinge: Die beschneidung, das Abrasieren der Schamhaare, das Abzupfen der Achselhaare und das Kurzschneiden der Finger- und Fußnägel.“Berichtet von al-Buchari, 5550; Muslim, 257

Bildung und Erziehung


`Abdullah Ibn `Umar berichtete, dass er den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, folgendes sagen hörte: „Ihr seid alle Hirten, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde: der Imam ist ein hirte, und er ist verantwortlich für seine Herde. Und der Mann ist in seiner Familie ein hirte, und er ist verantwortlich für seine Herde.Und die Frau ist im Hause ihres Mannes eine Hirtin, und sie ist verantwortlich für ihre Herde. Und der Diener ist ein hirte in Bezug auf den Besitz seines Herrn, und er ist verantwortlich für seine Herde. ...Und der Sohn ist ein hirte in Bezug auf das Vermögen seines Vaters, und er ist verantwortlich für seine Herde. Und ihr seid alle hirten, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde.“ Berichtet von al-Buchari, 2416; Muslim, 1829.

Somit müssen die Eltern versuchen ihre Kinder mit dem Besten zu erziehen anhand der Anordnungen der Shariah. Der Mann sollte damit anfangen dem Kind das Wichtigste beizubringen, und danach das Nächstwichtigste. Er sollte damit anfangen, dem Kind eine gesunde Grundlage beizubringen frei von Shirk und Bida. Danach die Ibadah(Gottesdienst) vor allem das Gebet und danach alle guten Eigenschaften und Sitten etc.

Allah sagt:

Und da sagte Luqman zu seinem Sohn, indem er ihn ermahnte: "O mein Sohn, setze Allah keine Götter zur Seite; denn Götzendienst ist wahrlich ein gewaltiges Unrecht."

Das Kind soll ab dem 7. Lebensjahr anfangen zu beten und man soll dem Kind einen Klaps geben wenn es mit 10 Jahren nicht betet.

Berichtet von al-Tirmidhi, 407; Abu Dawud, 494. Als sahih von Scheich al-Albani in Sahih al-Jami ', 4025

Die Kinder der Sahaba fasteten auch als sie noch kleine Kinder waren, wenn die Kinder anfingen zu weinen, so lenkten sie die Kinder mit Spielsachen ab. 

Berichtet von al-Buchari, 1859; Muslim, 1136

Es wurde berichtet, dass al-Yazid ibn Saa'ib sagte: Ich war Hadsch (Pilgerfahrt) mit dem Gesandten Allahs (sal Allahu alaihi wa sallam), als ich sieben Jahre alt war. Berichtet von al-Buchari, 1759


Die Erziehung zu einem guten Charakter mit guten Sitten


Es ist die Pflicht des Vaters dem Kind gute Manieren beizubringen.

Imam An-Nawawi sagte:

Es ist die Pflicht des Vaters dem Kind bis zu deiner Pubertät das Pflichtwissen beizubringen und gute Manieren. Ash-Shafii und seine Begleiter sagten: Diese Aufgabe ist auch pflicht für die Mutter, wenn es keinen Vater gibt, da es pflicht ist dem Kind das Pflichtwissen beizubringen. Sharh al-Nawawi ‘ala Saheeh Muslim, 8/44 

Der Vater soll dem Kind gute Manieren beibringen in allen Handlung wie zB beim Essen, Trinken, Anziehen, Schlafen, Rausgehen aus dem Haus, Eintreten in das Haus etc, und das Kind fernhalten von schlechten Eigenschaften wie zB Mangel an Ehrgeiz, Feigheit, Geiz etc..