Der Prophet und Kinder

Der Prophet Muhammad, ALLAHs Segen und Frieden seien auf ihm, war ein außergewöhnlicher Ehemann, vollkommener Vater und ein einzigartiger Großvater. 

Er war in jeder Hinsicht einzigartig. 

Er behandelte seine Kinder und Enkelkinder mit großer Zuneigung und versäumte niemals ihnen den geraden Weg zu weisen und sie zu guten Taten anzuspornen. 

Er liebte sie und war sanft zu ihnen, aber er gestattete ihnen nicht, Dinge, die mit dem Jenseits zusammenhängen, zu vernachlässigen.  

Er zeigte ihnen, wie man ein menschliches Leben führt und erlaubte ihnen nicht, ihre religiösen Pflichten zu vernachlässigen oder verzogen zu werden. 


Sein ultimatives Ziel bestand darin, sie auf das Jenseits vorzubereiten.  Seine vollkommene Ausgeglichenheit in derartigen Angelegenheiten ist eine andere Dimension seines göttlich-inspirierten Intellekts. 

Anas Ibn Malik, der zehn Jahre lang dem Gesandten geholfen hatte, sagte:

“Ich habe nie einen Mann gesehen, der seinen Familienangehörigen zugeneigter gewesen ist als Muhammad.” (Muslim)



Dass der Prophet in der „Ungezogenheit eines Kindes ein Zeichen für Klugheit“ 12 sah und den Eltern empfahl, in solchen Fällen nicht sofort einzuschreiten 13 , zeigt seine Toleranz gegenüber Kindern. Als der kleine Rafi bin Amr einst einen Dattelbaum mit Steinen bewarf, erwischte ihn der Gartenbesitzer dabei und brachte ihn zum Propheten, der ihn fragte: „Warum bewirfst du den Baum mit Steinen?“ Rafi antwortete: „Ich war hungrig und wollte meinen Hunger stillen.“ Der Prophet entgegnete: „Bewirf den Baum nicht mehr mit Steinen, sondern iss nur die Datteln, die unter dem Baum liegen“, strich Rafi über die Haare und sagte: „Allah sättige diesen kleinen Jungen.“ 14 Es wird berichtet, dass der Prophet mit seinem Enkel auf dem Rücken den Masdschid (Moschee) betrat. Wenn er sich niederwarf, setzte er ihn auf den Boden und hob ihn wieder auf, wenn er aufstand. 15 Einmal leitete er das Gebet und seine Enkelsöhne, Hasan und Husayn, die noch klein waren, spielten in seiner Nähe und kletterten auf seinen Rücken. Aus Angst, sie zu verletzen, wenn er aufstand, verlängerte der Prophet seine Niederwerfung (Sadschda). 16 Ein anderes Mal nahm er seinen Enkel Hasan während der Khutba in den Arm. 17 Ferner sagte er: „Es kommt vor, dass ich ein Gebet mit der Absicht beginne, es länger zu halten, aber dann höre ich ein Kind schreien und verkürze das Gebet, denn ich weiß, dass die Schreie des Kindes seine Mutter beunruhigen.“



Quellen:

1 Daylamî
2 Kutub as-Sitte, I. Canan, Bd. 15. S. 209
3 Madschmuaz-Zawâid Bd. 5, S. 135
4 Madschmuaz-Zawâid Bd. 5, S. 136
5 Ibni Mâdscha
6 Kutub as-Sitte, I. Canan, Bd. 2, S. 510
7 Kutub as-Sitte, I. Canan, Bd. 2, S. 496
8 Ramûz al-Hadith
9 Kutub as-Sitte, I. Canan, Bd. 2, S. 498
10 Tirmizî
11 Buchârî und Muslim
12 Munâvî
13 Munâvî
14 Ibni Mâdscha
15 Buchârî, Muwatta
16 Haythamî, Muwatta
17 Buchârî, Tirmizî